No document available.
Abstract :
[de] Die Einleitung dient der inhaltlichen und systematischen Einführung in das Thema des Sammelbandes Instabile Translationen. Verunsicherung als poetisches Prinzip der Übersetzung. Sie basiert auf der Beobachtung, dass die Gegenwart in den dominanten Diskursen derzeit zunehmend als ‚Zeit der Verunsicherung‘ beschrieben wird. Die gesellschaftspolitische Dimension dieser Verunsicherung, so die These, lässt sich anhand von Übersetzungen besonders prägnant diskutieren, da das Übersetzen ein grundlegend instabiler Prozess ist: Übersetzungen verweisen auf die Unabgeschlossenheit einzelner Nationalsprachen und machen deutlich, dass Äquivalenzbeziehungen zwischen einzelnen Wörtern oder Formulierungen niemals ein-eindeutig gegeben sind. Die Einleitung benennt zunächst die verschiedenen Ebenen der im Übersetzungsprozess angelegten Instabilitäten, thematisiert anschließend die Bedeutung von Verunsicherung im aktuellen Diskurs, um in einem dritten Schritt die Bezüge zwischen beiden Bereichen herauszuarbeiten. Verunsicherung wird als poetisches Prinzip der Übersetzung wirksam, wenn literarische (mehrsprachige) Texte oder Übersetzungen potenzielles Nicht-Verstehen aufgrund von Sprachenvielfalt thematisieren, durch neue Impulse den status quo unterminieren, Kontakt mit dem zuvor Unbekannten ermöglichen und/oder die Eindeutigkeit von Kategorisierungen wie ‚richtig‘ und ‚falsch‘ für Übersetzungsvorschläge hinterfragen.