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Abstract :
[de] Der Beitrag geht von dem explizit mehrsprachigen Roman Nevermore von Cecile Wajsbrot und seiner Übersetzung ins Deutsche von Anne Weber aus und versteht ihn als ein Beispiel für Texte, in denen die Grenzen zwischen literarischem, übersetzerischem und translationswissenschaftlichem Schreiben verschwimmen. Der Artikel untersucht das Verhältnis von Mehrsprachigkeit und übersetzungspoetologischen Verfahren, das mit traditionellen Übersetzungsdefinitionen nicht angemessen beschrieben werden kann. Die Herausforderung liegt dabei darin, Prozesse, die Instabilitäten hervorbringen, zu analysieren und nicht etwa negativ als Übersetzungsfehler zu bewerten oder durch Festschreibungen zu re-stabilisieren. Es wird gezeigt, dass es notwendig ist, eine neue Herangehensweise zu entwickeln, die sich der Verflechtung von Literarizität und Übersetzungsprozessen nähert: Übersetzung wird in diesem Konzept als per se instabiler Prozess verstanden, der Verunsicherungen ausstellt und aushält. Er wird so zum produktiven Auslöser literarischen Schreibens. In diesem Zusammenhang erweist es sich als fruchtbar, den Übersetzungsprozess primär als Leseprozess zu verstehen.